Abstracts

Lucia Rainer

Entschuldigung, Ihr Bild hängt schief. Oder: wie künstlerische Übersetzungs- und Rahmungspraktiken Veränderungsprozesse ermöglichen

Welche Beziehung besteht zwischen künstlerischen Praktiken und gesellschaftlichen Veränderungs- und Entwicklungsprozessen? Inwiefern basiert diese Beziehung auf Flüchtigkeit und vor allem auf Mangelhaftigkeit? Oder anders formuliert: Wie verorten wir Flüchtigkeit – wie übersetzen wir Mangelhaftigkeit – und welche Rolle spielen die im aktuellen kunsttherapeutischen Diskurs viel diskutierten Leitkonzepte der Performativität und Intermedialität? Sind diese Frage für uns relevant, so rücken situative Ereignisse in den Mittelpunkt, die mit Praktiken der medialen Transformation benannt und mit Konzepten der Übersetzung und Rahmung erforscht werden können. Dies ist Lucia Rainers Ausgangspunkt. Ihr Interesse gilt vergänglichen – und insbesondere ‘unvollkommenen’ Veränderungsprozessen – welche am Beispiel eines eigenen Performanceprojektes vorstellen und diskutieren werden. Dabei ist für Rainer ein Konzept von kultureller Übersetzung zentral, dass seinen Ausgangspunkt im Dekonstruktivismus findet. Ausgehend von der These der Postcolonial Studies (vgl. Bhabha 2000), dass Kultur kontinuierlich von Transformationsprozessen durchdrungen ist, welche sich auf einander beziehen und ihren Ursprung doch in sich selbst haben, verfolgt der Vortrag die Frage, wie künstlerische Übersetzungs- und Rahmungspraktiken gesellschaftliche Veränderungsprozesse ermöglichen.